Mit dem Hund zur Hundeschule?

Über den Stellenwert von Hundeschulen

Diese Frage: „Gehe ich mit meinem Hund zur Hundeschule ?“  stellt sich inzwischen jeder angehende Hundebesitzer.
Der eine, weil er wirklich seinem Hund etwas Gutes tun möchte, der andere weil es total angesagt ist. Die Hundebesitzer, die der Meinung sind man geht zur Hundeschule weil es total angesagt ist, sollten sich ernsthaft überlegen, ob man sich wirklich einen Hund zulegen will oder ob es nur gerade mal wieder „total in“ ist, weil alle im Freundeskreis sich gerade einen Hund zulegen. Die nächsten Ferien kommen bestimmt, und Ihr Hund steht einsam und verlassen am Straßenrand angeleint….

Für die ernsthaften Interessenten, die sich die Frage stellen: „Soll ich mit meinem Hund zur Hundeschule gehen oder lieber nicht, kann ich nur empfehlen zu einer Hundeschule zu gehen. Es ist gerade für Welpen extrem wichtig Sozialkontakte mit Gleichaltrigen zu haben. Ihr Kind sperren sie ja auch nicht ein, oder?

Mit Frauchen beim "Sitzmachen"

Welpen wie Kinder lernen voneinander, sie werden gut sozialisiert und wenn Sie eine gute Hundeschule gefunden haben, werden  Ihnen als Halter jede Menge Tipps mit auf den Weg gegeben, die Ihnen helfen Ihren Hund gut zu erziehen.

Wie finde ich eine gute Hundeschule bzw. -trainer/in?

Ja, dass ist nicht so pauschal zu beantworten. Da Hundetrainer, Tierpsychologe, Hundeflüsterer usw. kein anerkannter Beruf  ist, ist es schwer die guten von den schlechten Trainern zu unterscheiden.
Im Grunde kann sich jeder Hundetrainer oder Tierpsychologe nennen, der Erfahrung mit Hunden hat. Ob die Erfahrungen ausreichen um anderen Wissen über die Hundeerziehung zu vermitteln, wage ich bei vielen zu bezweifeln.  Wer gern eine Hundeschule eröffnen möchte, sollte z. B. Seminare, oder Lehrgänge bei renommierten Tierpsychologen besuchen. Außerdem besteht die Möglichkeit in der Schweiz per Fernstudium eine „Ausbildung zum Tierpsychologen“ abzuschließen. Diese Ausbildung wird von praxisbezogenen Praktika begleitet.

Welche Punkte sollte ich bei einer Hundeschule beachten?

Zunächst sollten Sie sich bei Freunden und Bekannten umhören, ob sie Erfahrungen mit Hundeschulen haben. In den meisten Fällen gibt es hier und da ein paar Erfahrungen. Dann gibt es noch die Möglichkeit per Internet, Hundeschulen aus Ihrer Umgebung  heraus zu suchen.

Wenn Sie ein oder zwei Hundeschulen in die engere Wahl gezogen haben, rufen Sie dort an und vereinbaren Sie ein Termin mit dem Hundetrainer. Gute Hundetrainer laden Sie z. B. ein an einer Trainingsstunde teilzunehmen, damit Sie sich ein Bild von den Trainingsmethoden machen können. Dazu müssen Sie Ihren eigenen Hund auch noch nicht mitnehmen.

Bei dem „Schnuppertag“ in der Hundeschule beobachten Sie genau, wie der Trainer mit den Hunden und mit den Besitzern umgeht. Hunde sollten immer liebevoll und konsequent erzogen werden und nicht mit Stachelhalsband und Schlagstock. Ein Hundetrainer sollte immer neutral gegenüber dem Besitzer und den Hunden sein. Es gibt z. B. Trainer, die gern über Ihre Kundschaft oder andere Hundeschulen in Anwesenheit von anderen Hundebesitzern lästern. Dies persönlich halte ich für keine gute Basis.

Gute Hundetrainer helfen Ihnen auch im Vorfeld, z. B. beim Welpenkauf. Hier sollte Ihnen ein Hundetrainer wichtige Tipps geben können, wie sie einen Hundevermehrer von einem guten Züchter (es müssen keine VDH-Züchter sein, es gibt auch gute Hobbyzüchter) unterscheiden können. Oder er kann Sie  beim Kauf von einem Zweithund beraten  und zur Seite stehen bzw. beim Zusammenführen der beiden Hunde helfen.

Die Ausbildung sollte möglichst Abwechslungsreich gestaltet werden. D. h. Ihre ausgewählte Hundeschule sollte in der Lage sein, verschiedene Kurse anzubieten, z. B.  Welpenstunde, Junghundegrupe, Kurse für erwachsene Hunde, Einzelunterricht, Agility usw. Und der Trainer sollte in der Lage sein auch auf die individuellen Probleme jedes einzelnen Hundes eingehen zu können.

Welche Qualifikation hat der Hundetrainer?
Versuchen Sie in Erfahrung zu bringen, welche Ausbildung und fortlaufende Fortbildungsmaßnahmen der Hundetrainer hat. Wie in allen anderen Bereichen gibt es bei der Hundeausbildung auch immer wieder neue Erkenntnisse und Erziehungsmethoden. Ein guter  Trainer nimmt regelmäßig selber an Seminaren teil. Ein Kind würden Sie auch nur einem ausgebildeten Pädagogen anvertrauen  und nicht irgendeinem Menschen, der vielleicht mal etwas von einem Lehramtstudium gehört hat, oder?

Sollte ich zu einem Rassen-Trainer mit meinem Hund gehen?
Dann gibt es noch die sogenannten Hunderassen-Trainer. Dass sind Trainer, die ausschließlich nur eine Rasse trainieren, weil Sie von der Rasse überzeugt sind und vielleicht für andere Rassen nichts übrig haben. Von solchen Trainern würde ich ebenfalls  abraten. Sicherlich kann man mal beim Rassetreffen mitmachen oder beim Treffen des Züchters, aber wenn Sie z. B. spazieren gehen treffen Sie auch nicht nur auf eine Rasse sondern auf unzählige Hunde ob klein, mittel oder groß. Stellen Sie sich einmal vor Sie haben einen Rehpinscher und gehen immer regelmäßig zu einem Trainer der ausschließlich Rehpinscher trainiert. Ihr Hund fühlt sich hier sicher ganz wohl, weil ja alle Hunde gleich groß sind. Und irgendwann gehen Sie spazieren und Sie begegnen mit Ihrem Rehpinscher einer Deutschen Dogge (das Beispiel ist sehr extrem). Ihr Rehpinscher bekommt einen Schock für´s Leben weil er ja die ganze Zeit nur mit anderen kleinen Hunden in Kontakt gekommen ist, kennt also keine großen Hunde. Wenn der andere Hund dann vielleicht noch etwas stürmisch ist, kann so eine Situation leicht außer Kontrolle geraten. Besser ist es immer zu einer Hundeschule zu gehen, die alle Rassen trainiert. So lernen  kleine, mittel und große Hunde respektvoll miteinander umzugehen.
Sie und Ihr Hund müssen sich wohlfühlen
Am aller wichtigsten ist es, dass Sie sich und auch hier Hund beim Hundetrainer bzw.  in der Hundeschule wohl fühlt. Wenn Sie die Erziehungsmethoden überzeugen und Sie den Trainer sympathisch finden, steht  einer Ausbildung nichts im Weg. Ist Ihnen aber der Trainer nicht sympathisch oder haben Sie kein Vertrauen in die Ausbildungsmethoden, suchen Sie sich lieber eine andere Hundeschule. Vielleicht ist Ihr Hund sehr sensibel, dann sollten Sie darauf Rücksicht nehmen. Ein Trainer der z. B. Polizeihunde oder Jagdhunde ausbildet, ist in diesem Fall vielleicht nicht der richtige Trainingspartner.
Nehmen Sie sich Zeit für die Auswahl der Hundeschule. Dies wird sich später bei der Ausbildung auszahlen.

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2 Kommentare auf "Mit dem Hund zur Hundeschule?"

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Hundetraining
Gast

nicht immer stoßt man auf eine solch gute Seitereichlich entdeckt man so Inhalte absolut nicht.

gratuliere ;-)Informationen cool, Fotos der Hit, alles allererste Sahne 😉

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