Test Trockenfutter (Teil 2)

In Teil 1 von Test Trockenfutter gab es einige Tipps zur Auswahl des Trockenfutters (Inhaltsstoffe, Zusammensetzung) und um die Frage der Deklaration, also einer Art „Offenbarung“ – was es ja dann auch für viele Futtermittelhersteller in der eigentlichen Wortbedeutung auch ist; offenbar wollen einige verschweigen, welche denn die wirklichen Inhaltsstoffe sind. Oder gäbe es einen anderen Grund, blumige Ausdrücke wie „Tierische Nebenerzeugnisse“ zu verwenden? Ungenaue Gruppenbezeichnungen sind immer ein deutlicher Hinweis auf mangelnde Qualität.
Wunden lecken

Die Deklaration des Trockenfutterherstellers ist das eigentliche Kriterium für den Hundehalter, wenn es um die Beurteilung von Trockenfutter geht. Alles Andere sind unverbindliche Aussagen, die beliebig und jeder Zeit vom Hersteller geändert werden können.
Fleisch spielt in der Hundeernährung eine besonders wichtige Rolle, da es (ähnlich wie Fisch) eine besonders hochwertige Eiweißquelle mit einer annähernd optimalen Verdaulichkeit darstellt.

Test Trockenfutter – alles nur Gerüchte?

Zu Tiermehl verarbeitete, mit Geschmacksverstärkern aufbereitete Hundekadaver inklusive Halsband?
Über die Methoden der Futtermittelindustrie gibt es vielerlei Legenden, die immer wieder in Gesprächen gerne aufgegriffen und weiterverbreitet werden. Fakt ist, dass Futter für Hunde und Katzen, die in Deutschland nicht als Nutztiere, sondern als Luxustiere eingestuft werden, nicht exakt deklariert werden muss. Auch hier finden wir wieder gekünstelte Redewendungen wie naturbelassene Inhaltsstoffe oder naturnahe Futterbestandteile, die nichts Anderes sind, als die bereits erwähnten „tierischen Nebenprodukte“: bakteriell belastetes Stichfleisch, altes Frittierfett (ist ja auch tierischen Ursprungs), Drüsenfleisch und ähnlich appetitliche Dinge. An dieser Stelle sei der Hinweis auf Tiermehl amerikanischen Ursprungs gestattet: Dort ist es erlaubt, Tiermehl auch von eingeschläferten, also vergifteten Tieren herzustellen.

Test Trockenfutter – Hundefutter Dosen

Nicht nur im Trocken-, sondern auch im Dosenfutter findet man ziemlich bedenkliche Derivate des (hochwertigen) Muskelfleisches, das sog. Formfleisch. Dabei handelt es sich um eine industriell erzeugte Fleischmasse, die aus stark zerkleinerten Fleischresten hergestellt wird. Von der Qualität dieses Kunstproduktes (hatte ich mich schon über blumige Ausdrücke der Futtermittelindustrie ausgelassen?) können Sie sich selbst ein Bild verschaffen, indem Sie es einfach ´mal kochen.

Vielleicht möchten Sie sich über diese Thematik und die Praktiken einiger Tierfutter-Hersteller umfassender informieren? „Katzen würden Mäuse kaufen“, heißt das Buch von Hans-Ulrich Grimm, dass ich Ihnen hierzu wärmstens empfehlen kann. Eine Leseprobe zum Herunterladen gibt es hier.

Der Untertitel ist übrigens „Schwarzbuch Tierfutter“ und nein, ich bekomme keine Verkaufsprovision – das Buch ist einfach sehr interessant geschrieben.

Der dritte und letzte Teil von Test Trockenfutter folgt in Kürze.

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[…] minderwertige oder gar schädliche „Zutaten“ handeln. Ich verweise auf unsere Berichte, die Sie hier lesen können. Alle, die auf „Nummer Sicher“ gehen wollen, wenn es um wirklich gutes […]

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