Zwingerhusten beim Hund: erkennen und behandeln.

Parainfluenza-Hund
Zwingerhusten beim Hund: erkennen und behandeln.
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Zwingerhustem beim Hund

Die Parainfluenza (Tracheo-Bronchitis) ist umgangssprachlich besser als Zwingerhusten  bekannt.

Wir kennen vier Erreger, die den Zwingerhusten beim Hund auslösen:
das Canine Ade­no­vi­rus Typ 2 (CAV-2), das Canine Parain­flu­en­za­vi­rus (CPIV), das Canine Her­pes­vi­rus (CHV) und das Bak­te­rium Bor­de­tella bron­chisep­tica.

Das Virus, das die Hundegrippe verursacht, infiziert in erster Linie die Atemwege und ist extrem ansteckend.


Vorbeugung

Vorbeugend kann man seinen Hund impfen lassen. Die Impfung gegen Hundegrippe oder auch „Zwingerhusten“ in Deutschland besteht aus einem injizierbaren Impfstoff gegen Parainfluenza-Viren. Es liegt allerdings kein Einzelimpfstoff vor, die Impfung stellt eine Kombination aus Staupe-, Hepatitis- und Parvovirose-Impfung dar. Bei einer jährlichen Kombinationsimpfung kann man den Zwingerhusten/Hundehusten also gut einbeziehen.

Einige Hunde können dem Virus ausgesetzt sein und Infektionen abwehren, ohne klinische Anzeichen zu zeigen.


Symptome und Erscheinungsformen der Hundegrippe

Hunde, die mit dem Hundegrippevirus infiziert sind, können zwei verschiedene Syndrome entwickeln:

Mild – Diese Hunde haben einen Husten, der normalerweise feucht ist und Nasenausfluss haben kann. Gelegentlich kann es auch ein trockener Husten sein. In den meisten Fällen dauern die Symptome 10 bis 30 Tage an und verschwinden in der Regel von selbst.

Schwer – Im Allgemeinen haben diese Hunde ein hohes Fieber (über 40 Grad). Es kann sich eine Lungenentzündung, insbesondere hämorrhagische Lungenentzündung, entwickeln.
Das Influenzavirus befällt die Kapillaren in der Lunge, so dass der Hund bei Blutungen in die Alveolen (Luftsäcke) Blut husten und Probleme beim Atmen haben kann.
Unsere Patienten können auch mit einer bakteriellen Lungenentzündung infiziert sein, was die Situation noch komplizierter macht.

Zu den allgemeinen Anzeichen der Symptome gehören:

  • Husten
  • Niesen
  • Anorexie
  • Fieber
  • Unwohlsein

Bei einigen Hunden können rote und/oder laufende Augen und eine laufende Nase auftreten.

In den meisten Fällen ging ein Kontakt mit anderen infizierten Hunden voraus.

Parainfluenza-Hund Liegender, kranker Boxer
Diagnose der Hundegrippe

Neben einer allgemeinen Untersuchung wird der Tierarzt ein vollständiges Blutbild und klinische Chemie am Hund durchführen wollen. In der Regel sind Zunahmen in den weißen Blutkörperchen zu beobachten, insbesondere in den Neutrophilen, einem weißen Blutkörperchen, das für Mikroorganismen destruktiv ist.
Um die Art der Lungenentzündung zu charakterisieren, können Röntgenaufnahmen (Röntgenaufnahmen) von der Lunge des Hundes gemacht werden.

Ein weiteres diagnostisches Instrument, ein so genanntes Bronchoskop, kann verwendet werden, um die Luftröhre und größere Bronchien zu untersuchen. Zellproben können auch durch eine Bronchialwäsche oder eine Bronchoskopie (Bronchoalveoläre Lavage) entnommen werden. Diese Proben haben typischerweise große Mengen an Neutrophilen und können Bakterien enthalten.

Es gibt einen (serologischen) Bluttest, der eine Influenza-Diagnose bei Hunden unterstützen kann. In den meisten Fällen wird eine Blutprobe genommen, nachdem sich die ersten Symptome entwickelt haben und dann wieder zwei bis drei Wochen später.


Behandlung der Parainfluenza bei Hunden

Die milde Form wird in der Regel mit Hustenmitteln behandelt. Bei einer sekundären bakteriellen Infektion können Antibiotika eingesetzt werden. Ruhe und die Isolierung von anderen Hunden ist ebenfalls wichtig.

Die schwere Form muss aggressiv mit einem breiten Spektrum an Antibiotika, Flüssigkeiten und anderen unterstützenden Behandlungen behandelt werden. Krankenhausaufenthalt und Isolation sind notwendig, bis der Hund stabil ist.


Wie man die Hundegrippe verhindert

Ein Impfstoff gegen die Hundegrippe ist derzeit verfügbar, sollte aber erst nach Rücksprache mit Ihrem Tierarzt in Betracht gezogen werden. Darüber hinaus gibt es weitere Atemwegserkrankungen, gegen die geimpft werden kann, insbesondere gegen Bordetella bronchiseptica, die Bakterien, die für den sogenannten „Zwingerhusten“ verantwortlich sind.

Jeder Hund, bei dem der Verdacht auf Hundegrippe besteht, sollte von anderen Hunden isoliert werden. Die Hunde mit der milden Form der Infektion erholen sich meist von selbst. Die Hundeinfluenza beinhaltet kein Ansteckungsrisiko für Menschen oder andere Arten.

Außerdem

  • ein Brustgeschirr anstelle eines Halsbands beim Spazierengehen verwenden, um den Druck auf den entzündeten Halsbereich und damit starke Hustenreize zu vermeiden
  • besondere Hygienemaßnahmen ergreifen (Desinfektion der Decke und des Essgeschirrs)
  • Aufregungen für den Hund vermeiden
  • Anstrengungen vermeiden, z. B. zu langen Spaziergänge
  • Den erkrankten Hund nicht der Zugluft aussetzen und nicht im Aufenthaltsraum des Hundes rauchen.

Der Gang zum Tierarzt ist unerlässlich, wenn der betroffene Hund an feuchtem Husten, rasselnden Atemgeräuschen sowie Augenausfluss und Niesen leidet.

Gute Besserung für Ihre Fellnase.

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