Dein Hund hat Durchfall? Ursachen | Behandlung | Hilfen
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Durchfall bei Hunden kann gefährlich sein, wenn sie zuviel Flüssigkeit verlieren.
Aber – zuerst die gute Nachricht: In den allermeisten Fällen erledigt sich der Durchfall innerhalb von zwei bis vier Tagen mit der richtigen Pflege von selbst.

Durchfall erkennst du sowohl an häufigem, cremigem als auch flüssigem Stuhlgang.
Er kann durch etwas Einfaches wie eine Ernährungsumstellung oder auch eine schwerere Krankheit oder Infektion verursacht werden. Durchfall kann plötzlich auftreten und von kurzer Dauer sein. Er kann auch Wochen bis Monate andauern oder nur ab und zu auftreten.

Eine einzelne Durchfallattacke ist im Allgemeinen kein Grund zur Sorge.

Wenn er allerdings länger als einen Tag andauert, kann er zu Dehydrierung führen. Durchfall kann auch auf ein grundsätzliches Gesundheitsproblem hinweisen und sollte von einem Tierarzt untersucht werden.

 

Was verursacht Durchfall bei Hunden?

Erst einmal möchte ich ein weitverbreitetes Missverständnis aus der Welt schaffen:
Durchfall bei Hunden ist keine Krankheit, sondern nur ein Symptom für eine ganze Reihe von Erkrankungen des Darmtraktes, die durch eine Vielzahl verschiedener Ursachen hervorgerufen werden können, beispielsweise durch:

  • Ernährungsumstellung
  • Nahrungsmittelintoleranz
  • Verschlucken von Müll oder verdorbenem Essen
  • Verschlucken von giftigen Stoffen oder giftigem Pflanzenmaterial
  • Verschlucken von Fremdkörpern (z.B. Spielzeug, Gummiband, Plastiktüte, etc.)
  • Allergische Reaktion
  • Bakterielle oder virale Infektion
  • Innere Parasiten wie Spulwürmer, Kokzidien und Giardia
  • Entzündliche Darmerkrankungen
  • Nieren- oder Lebererkrankung
  • Krebs oder andere Tumore des Verdauungstraktes
  • Bestimmte Medikamente
  • Stress
  • Akute Hämorrhagische Gastroenteritis
    (eine Erkrankung bei Hunden, die durch blutigen Durchfall, Erbrechen und Flüssigkeitsverlust gekennzeichnet ist)

 

Was sind die allgemeinen Symptome von Durchfall?

Unter Durchfall bei Hunden versteht man Kot, der über eine dünnflüssige Konsistenz verfügt und häufiger als üblich in größeren Mengen abgesetzt wird. Der Kot enthält eine erhebliche Menge an Wasser und Salzen sowie unverdaute Bestandteile von Hundefutter und Fett. Es können auch Schleimbeimengungen und auch Blut in der Ausscheidung enthalten sein.
Weitere Anzeichen von Durchfall sind Blähungen, Blut oder Schleim im Stuhl oder Veränderungen in der Kotmenge.

Lethargie, Dehydrierung, Fieber, Erbrechen, verminderter Appetit, Gewichtsverlust und eine erhöhte Dringlichkeit zum Stuhlgang können ebenfalls mit Durchfall einhergehen.

Wenn der Durchfall deines Hundes schwarz ist, kann es zu inneren Blutungen im Magen oder Dünndarm kommen und sollte sofort von einem Tierarzt untersucht werden.

durchfall-bei-hunden

Wie behandle ich Durchfall bei meinem Hund?

Es wird oft empfohlen, dass du deinem Hund 12-24 Stunden lang kein Futter gibst, während er Durchfall hat.  Du solltest aber viel frisches, sauberes Wasser zur Verfügung stellen, um eine drohende Dehydrierung zu verhindern. Dehydrierung kann zu ernsthaften Kreislaufproblemen führen.

Damit hilfst du deinem Hund am besten:

  1. Du gibst keine Lebensmittel und Leckereien in den nächsten 12 – 24 Stunden.
  2. Biete deinem Hund regelmäßig kleine Mengen Wasser an, um Austrocknung zu vermeiden. Zusätzlich gibst du verdünnte Hühner- oder  Rinderbrühe.
  3. Wenn dein Hund mindestens sechs Stunden lang nicht erbrochen hat, biete eine kleine Mahlzeit an, die aus gekochtem Hühnerfleisch und weißem Reis besteht. Aus dem Hühnerfleisch hast du natürlich alle Knochen entfernt,
  4. Nach dem Fressen zwei Stunden warten. Wenn dein Hund bis dahin nicht erbrochen hat, biete eine weitere kleine Mahlzeit mit gekochtem Huhn und Reis an.
  5. Setze dieses Muster fort und erhöhe gleichzeitig die Menge der bei jeder Mahlzeit angebotenen Lebensmittel. Verlängere langsam die Zeit zwischen den Mahlzeiten, bis sich die Stuhlkonsistenz deines Hundes wieder normalisiert hat.
  6. Wenn der Durchfall länger als 24 Stunden andauert oder sich der Zustand deines Hundes verschlechtert, sprich mit deinem Tierarzt.

Hier findest du weitere Hinweise zum Thema.

 

Wann sollte ich meinen Hund zum Tierarzt bringen?

Bringe deinen Hund zum Tierarzt, wenn sein Durchfall länger als einen Tag andauert. Wenn du

Lethargie,

Erbrechen,

Fieber,

dunkel gefärbte oder blutige Stühle

beobachtest, solltest du einen Tierarzt aufsuchen – auch wenn du verminderten Appetit oder einen unerklärlichen Gewichtsverlust bei deinem Hund feststellst.
Bei Welpen und Junghunden (bis zu 2 Jahren) solltest du auf den fachlichen Rat deines Veterinärs auf keinen Fall verzichten, da hier der Durchfall ein wichtiger Indikator für schwere Krankheiten sein kann.

 

Was kann ich beim Tierarzt erwarten?

Dein Tierarzt wird deinen Hund auf Grunderkrankungen und auf Dehydrierung untersuchen. Er oder sie kann eine Stuhlprobe nehmen, um das Vorhandensein von Parasiten zu überprüfen, sowie Bluttests durchführen, um eine mögliche Ursache für den Durchfall zu identifizieren.

Andere diagnostische Tests können Röntgenbilder, Ultraschall, Kulturen, Endoskopie und Biopsie umfassen. Die durchgeführten diagnostischen Tests und die empfohlene Behandlung hängen davon ab, wie lange der Durchfall schon andauert und wie ernst der Zustand deines Hundes ist.

 

Sind bestimmte Hunderassen anfällig für Durchfall?

Es gibt bestimmte Rassen, die für die Entwicklung von Durchfallerkrankungen prädisponiert (besonders empfänglich und anfällig) sind.
Beim Deutschen Schäferhund zum Beispiel wurde eine erhöhte Häufigkeit von exokriner Pankreasinsuffizienz in der Rasse beobachtet. Bei einer exokrinen Pankreasinsuffizienz stellt die Bauchspeicheldrüse zu wenige Verdauungsenzyme her. Blähungen, Bauchschmerzen und Fettstühle können die Folge sein.
Junge Hunde haben häufiger infektiösen und parasitären Durchfall als erwachsene Hunde.

 

Wie kann ich Durchfall verhindern?

Denke daran, dass auch vollkommen gesunde Hunde manchmal Durchfall bekommen.

Hier einige Tipps, wie du Durchfall bei deinem Hund vermeiden kannst:

  • Du solltest bei den üblichen Impfungen bei deiner Fellnase immer auf dem Laufenden sein.
  • Stelle sicher, dass dein Hund frei von Parasiten ist, indem du die Empfehlungen deines Tierarztes befolgst.
  • Achte darauf, dass dein Hund keinen Zugang zu Müll, verdorbenem Futter usw. hat.
  • Wenn du mit deinem Hund spazieren gehst, achte darauf, dass er nichts von der Straße frisst, kein Pflanzenmaterial zu sich nimmt oder aus Pfützen säuft.
  • Vermeide, dass er Kot von anderen Tieren frisst.
  • Minimiere den Stress in der Umgebung deines Hundes.
  • Wenn du dich entscheidest, das Futter deines Hundes zu wechseln, solltest du es schrittweise umstellen und es mit seinem aktuellen Futter zu mischen.

So stellst du einen leichteren Übergang für den Verdauungstrakt deines Hundes sicher.

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