Welpenerziehung – das kann Spaß machen

Hat man sich erst einmal entschieden einen Welpen bei sich aufzunehmen, ist die Freude zunächst groß. Es wird alles bis aufs kleinste Detail vorbereitet. Hundedecke, Spielzeug, Fressnapf usw. – es ist fast wie bei dem ersten Kind.

Aber ist der kleine Welpe erst einmal da, kann es doch noch zu ungeahnten Problemen kommen, an die man vorher nicht gedacht hat.
Ich werde hier einfach mal ein paar  Tipps aufschreiben, die Euch helfen dem einen oder anderem Problem ganz entspannt und gelassen entgegen zu sehen.

Tipp 1 – Kinder und Hundewelpen

Kinder können Welpen ganz schön Angst machen, wenn sie den Umgang nicht gewöhnt sind. Gewöhne deinen Welpen langsam an den Umgang mit Kindern. Z. B. kannst du mit deinem Welpen an Orten (Kinderspielplatz, Kindergärten usw.) vorbeigehen oder dich in der Nähe von Orten aufhalten, wo viele Kinder sind. Hier kann er sich an die Geräuschkulisse langsam gewöhnen.

Oder hast du in deinem Freundeskreis evtl. Kinder, die schon Erfahrungen mit Hunden haben?
Dann kannst du mit ihrer Hilfe und ein paar Leckerlis den Welpen an Kinder gewöhnen. Die Kinder könnten mit einer flachen z. B. dem Welpen ein Leckerli anbieten. Wenn das Vertrauen aufgebaut ist, können die Kinder auch mit dem Welpen spielen.

Welpenerziehung Süße Hunde
Süße Hunde

Tipp 2 – Anknabbern verboten

Wer einen Hundewelpen hat, wird schnell feststellen, dass alles Mögliche erst einmal angeknabbert werden muss. Ganz egal, ob es Ihr Lieblingsschuh, der Teppich, ein Kabel oder Möbel sind. Der Welpe findet es prima und daher spricht man auch von der sogenanntes selbstbelohnendes Verhalten.  Da diese Verhaltensweisen absolut unerwünscht sind, musst du klare Regeln aufstellen bzw. Grenzen aufzeigen. Sollte dein Welpe allerdings nach unendlichen Zurechtweisungen immer noch nicht aufhören, die Schuhe, Möbel usw. anzuknabbern, waren Ihre Gegenargumente nicht eindeutig genug.

Ungewöhnlich: Vorbild Althund oder Mutterhündin

Nimm dir z. B. einen Althund oder die Mutterhündin als Vorbild. Im ersten Moment erscheint dir die Erziehungsmethoden vielleicht zu ruppig oder hart, aber das täuscht. Zeigt dein Welpe ein unerwünschtes Verhalten, klatsche in die Hände und sage „NEIN“.
Reagiert er nicht, schupse ihn einfach leicht um oder greife mit einer Hand über seinen Kopf oder Rücken und drücke ihn kurz zu Boden – aber bitte nur kurz!
Danach gehe einfach ohne Kommentar deiner Wege. Zu 99 % kommt dein Welpe nach kurzer Zeit an und versucht Kontakt mit dir aufzunehmen.  Lass ihn nicht auflaufen sondern streichele ihn kurz oder rede mit ihm, um ihm zu zeigen dass alles wieder in Ordnung ist.

Tipp 3 – NoGo: Knabbern an den Fingern

Welpen müssen sich ausprobieren. D. h. sie versuchen alles Mögliche. Sie zwicken einen in die Finger oder zerren am Hosenbein, an der Jacke usw. Hierbei handelt es sich um eine noch nicht ausgeprägte Beißhemmung und nicht um Aggression. Zeige ihm durch umschubsen (s. Tipp 2) seine Grenzen auf.  Gib ihm anschließend ein Kauseil o. ä. auf dem er kauen kann.

Tipp 4 – Ersthund und Neuankömmling

Solltest du schon einen Hund haben, kann es durchaus sein, dass dieser nicht begeistert ist, wenn du ihm einen neuen Hund vor die Nase setzt. Dies ist auch verständlich, schließlich muss er zukünftig seine Schmuseeinheiten und deine Aufmerksamkeit mit dem Neuankömmling teilen. Gib den beiden Zeit, sich kennenzulernen.
Der Welpe muss die Gestik und Mimik des Ersthundes auch erst einmal einordnen können.
In 99,9 % aller Fälle können die „Althunde“ dem kleinen Racker aber nicht lange wiederstehen.
Ganz wichtig:
Du solltest dich möglichst nicht einmischen, es sei denn, der Althund zeigt echte Aggressionen. Je mehr man als Mensch eingreift, umso schneller kommt es zu Eifersüchteleien.

Welpe und Althund
Welpe und Althund

 

Tipp 5 – Knurren = Kommunikation

Auch Hunde müssen sich untereinander verständigen. Hierzu gehört auch das Knurren. Durch knurren setzt er anderen Hunden Grenzen und teilt denen mit, lass mich in Ruhe, oder ich muss mich zur Wehr setzen. Greife nicht bei jeder kleinen Rauferei ein. Dein Welpe lernt durch das Spielen und herumtoben mit anderen die Signale der Hundesprache zu deuten. Auch Knurren gehört zur Kommunikation des Hundes.

Tipp 6 – Geben und Nehmen

Auch ein Welpe muss lernen abzugeben. Manche Hundewelpen knurren Ihre Besitzer an, wenn sie ihm z. B. einen Ball oder das Fressen wegnehmen wollen. Dies solltest du schnellst möglich unterbinden, sonst tanzt dir dein treuer Freund bald auf der Nase herum.
Aber schimpfe ihn nicht einfach aus, sondern bringen ihm spielerisch bei, dass es sich lohnt auch etwas abzugeben.
Du könntest ihm z. B. im Tausch für den Ball ein anderes Spielzeug anbieten oder für das Futter vielleicht ein verlockendes Leberwurstbrot.

 

Tipp 7 – Stubenreinheit

Gerade Hundewelpen sind trotz intensiver Betreuung der meisten Züchter noch nicht 100%ig stubenrein.
Dies liegt einfach daran, dass die kleinen Racker ihren Urin oder Kot noch nicht solang zurückhalten können wie ausgewachsene Hunde. Am besten nimmst du deinen Hundewelpen in den ersten Wochen mit ins Schlafzimmer.
Stelle ein Körbchen direkt neben deinem Bett auf, so dass du schnell reagieren kannst, wenn er unruhig wird.

Und wieder ganz wichtig:

Immer schön loben, wenn er sein Geschäft draußen gemacht hat.
Später, wenn er sich eingewöhnt hat und auch schon ein bisschen älter ist, kannst du ihm auch außerhalb des Schlafzimmers einen Schlafplatz zuweisen, wenn du es möchtest.
Aber gerade in den ersten Wochen, benötigt er viel Zuwendung und Zuneigung.
Denke daran, dass er jetzt ganz allein, fern von seinen Geschwistern und Eltern, in einer ganz neuen und fremden Welt zurechtkommen muss.

Hundewelpen-Wurfkiste

Tipp 8 – Kuscheln will gelernt sein

Manche Hundewelpen kommen vielleicht aus schlechter Haltung oder haben schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht.
Wenn du so einen Hundewelpen bei dir aufnimmst, benötigst du viel Geduld. Diesen  Welpen ist es wahrscheinlich erst einmal sehr unangenehm,  wenn sie permanent gestreichelt oder gekuschelt werden.
Akzeptiere dieses Verhalten einfach.
In den meisten Fällen nehmen die Welpen von selbst mit dir Kontakt auf. Alternativ kannst du auch Situationen herstellen, die ihm zeigen, dass es auch liebevolle Menschen gibt. Als Beispiel könntest du eine Leckerlispur zu dir legen. Am Ende der Spur hockst du dich auf den Boden und wartest ab, was dein süßer Hund macht. Schau ihn aber nicht direkt an und sprich ihn auch nicht weiter an. Wahrscheinlich gelingt es dir, in kurzer Zeit ein Vertrauensverhältnis zu deinem Hundewelpen aufzubauen.

Tipp 9 – Bindung aufbauen

Was viele nicht wissen ist, dass Welpen erst mit 5-6 Monaten eine Bindung zu seiner Bezugsperson oder mehreren Bezugspersonen aufbauen.
Also machen Sie sich am Anfang keine Gedanken, wenn dein Welpe zielstrebig auf fremde Menschen losrennt. Am besten bittest du die Leute, den Hund gar nicht zu beachten bzw. zu streicheln.
Wenn der Welpe merkt, dass hier kein Interesse des Gegenübers vorliegt, verliert er auch schnell das Interesse.
Alternativ kannst du zu Hause ausprobieren, auf welches Spielzeug dein Welpe besonders reagiert. Dies kannst du dann beim Spaziergang oder beim Kontakt mit anderen Leuten mitnehmen. Sollte dein Hund dann wieder losrennen, wenn er jemanden sieht, machen du dich mit dem Spielzeug interessanter, als der Fremde. Bei anderen Hunden  solltest du genauso vorgehen.
Denken Sie immer daran, du gibst das Kommando, wann dein Welpe irgendwo hinrennt und nicht dein Welpe selber.

Golden Retriever Welpe

Tipp 10 – Fellpflege

Auch die Fellpflege will gelernt sein. Am besten lassen du deinen Welpen erst einmal die Bürste oder den Kamm begutachten. Streichle ihn und nimm zwischendurch mal die Bürste oder den Kamm und geh langsam damit über das Fell. Du kannst ihn auch zwischendurch einfach nur mit den Händen streichen, mit Leckerli´s ablenken oder belohnen wenn er still hält. Auch hier benötigst du etwas Geduld. Dein Hundewelpe muss sich auch erst einmal an das ungewohnte Gefühl gewöhnen. Zum Abschluss kannst du ihn einfach noch einmal mit den Händen kraulen.

Ich würde mich sehr freuen, wenn die Tipps dem Einen oder Anderen weiterhelfen.

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