Der Labradoodle, eine Mischung aus Labrador und Pudel – ist bei vielen Hundehaltern äußerst beliebt.  Ihren Ursprung hat die Kreuzung in Australien. Der Labradoodle wurde ursprünglich als „hypoallergener“ Blindenhund gezüchtet, also als Hund, der auch für Hundeallergiker geeignet sein sollte.
Erstaunlich: Der Schöpfer dieser Hunderasse erzählte dem australischen Sender ABC, dass die Kreuzung nie als Haushund oder Familienhund gedacht war. Mehr noch – er bereut seine Züchtung sogar mittlerweile: „Ich habe die Büchse der Pandora geöffnet und Frankensteins Monster freigelassen.“

Büchse der Pandorra???

Diese Äußerung erscheint mir deutlich übertrieben, weil es sich bei dem Labradoodle um einen klugen und geselligen Hund handelt. Er hat nicht nur ein für Blindenhunde geeignetes Naturell, sondern auch ein Fell mit geringem Haarausfall. Außerdem hat er in Deutschland sehr schnell an Popularität gewonnen.

Dieses Ziel wurde leider nur teilweise erreicht.

Der Labradoodle ist zwar ein sehr beliebter und auch liebevoller Hund, aber die Kreuzung hat noch keine konstanten Ergebnisse hinsichtlich Fell oder Temperament erzielt. Weitere Probleme gibt es mit der Fortpflanzung. Das betrifft allerdings auch andere Hunderassen:

„Designerhunde“ oder Qualzucht?

die intelligenten und kinderlieben Goldendoodles (Golden Retriever und Pudel), die lieben und antiallergenen Puggles (Mops und Beagle), die Cockapoos, die Schnoodels, die Aussiedoodles und der „Retromops“. Das ist ein Mix aus Mops und Jack-Russell-Terrier. Mit richtiger Schnauze und Nase, wie sie der Mops früherer Generationen auch hatte. Bestimmt sind das alles großartige Hunde mit tollen Eigenschaften, allerdings auch mit gesalzenem Preis.

Der „Designer Mix“ Labradoodle erfreute sich, wie schon erwähnt, in kurzer Zeit großer Beliebtheit und wurde schnell bekannt. Diese Tatsache wurde übrigens auch von gewissenlosen Züchtern – besser Vermehrern – genutzt.
Doch dazu später mehr.

Als hypoallergener Diensthund gezüchtet, bewies der Labradoodle, dass er auch ein vielseitiger Familien- und Therapiehund sein kann.

Der Labradoodle und sein familiärer Charakter

Ein Labradoodle ist am glücklichsten, wenn er mit den Menschen zusammen ist, die er liebt. Er beglückt seine Familie mit Zuneigung und Hingabe.

Dank der Bemühungen einer Handvoll Menschen sind die Labradoodles schnell zu einer der beliebtesten Rassen in Deutschland geworden.

Er ist in der Regel leicht zu trainieren, da er intelligent und begierig darauf ist, zu gefallen. Er versteht sich gut mit kleinen Kindern und anderen Hunden und Haustieren im Haushalt. Insgesamt ist er ein hervorragendes Haustier für einen Anfänger-Hundehalter.

Manchmal scheint er zu schlafen, während er sich auf deinen Füßen zusammengerollt hat. Andererseits ist auch bereit, blitzartig aufzuspringen und ein Spiel zu fordern.
Er ist kein idealer Wachhund; obwohl er auf Fremde aufmerksam macht, lädt er einen Eindringling eher zum Tee aus dem guten Porzellan ein.

Los-Mann-–-spielen
Los Mann – spielen!!!

Probleme mit den Nachkommen

Die meisten Merkmale dieser Rasse entsprechen den durchschnittlichen Erwartungen.

Das größte Problem bei den Labradoodles ist derzeit, dass es nicht genügend Beständigkeit hinsichtlich der gewünschten Eigenschaften bei den Nachkommen gibt. Dabei ist es egal, ob Pudel mit Labradoren oder Labradoodles mit Labradoodles gekreuzt werden.

Die Konsistenz fehlt auch bei mehrjährigen Labradoodles.

Die Popularität des Mischlings hat das Problem leider noch verschärft, da sie eine unvorsichtige oder unethische Zucht gefördert hat.

Das trifft insbesondere auf unverantwortliche Züchter zu, die mit soliden Zuchtpraktiken nicht vertraut sind.

Video Rasseportrait Labradoodle (Dauer 5:18)

Das Fell, die Schuppen und die Allergie

Einige Labradoodles sind eher wie Pudel: smart, zurückhaltend und ruhig; ausgestattet mit einem feinen, pflegeintensiven Fell, das regelmäßig getrimmt werden muss.

Beim Labradoodle genügt in den meisten Fällen gelegentliches Kämmen oder Bürsten. Das Fell kann sowohl fast glatt, gewellt als auch lockig sein. Letzteres ist oft sehr pflegeintensiv. Hier ist regelmäßiges Bürsten angebracht, um Verfilzungen zu vermeiden.

Pudel sind ausgezeichnete Wachhunde, und einige (aber nicht alle) Labradoodles auch. Andere Labradoodles sind eher wie Labradore: eine Hunderasse, die notorisch richtig viele Haare verlieren und das über das ganze Jahr hinweg und nicht nur zum Fellwechsel.

Einige Allergiker mussten ihre Hunde wegen des Haarverlusts und des damit verbundene „Schuppens“ abgeben, was so natürlich nie geplant war. Andere bemühten sich am Ende um ein fein strukturiertes Pudelfell, obwohl sie einen reinrassigen Pudel von vornherein nicht wollten, weil sie das feine Fell nicht konsequent trimmen, kämmen und pflegen wollten.

Wenn du gegen Hunde allergisch bist, wirst du wahrscheinlich auch allergisch gegen Labradoodles oder eine der Doodle-Mischungen sein: Die meisten Menschen, die allergische Reaktionen zeigen, sind nicht so sehr gegen das Fell als gegen die Hautschuppen allergisch.

Je weniger Haarausfall, desto weniger Hautschuppen, auf die man reagieren kann; aber es ist wirklich eine sehr spezielle Situation, besonders beim Labradoodle, wo es eine Vielzahl von Felltypen gibt.

Labradoodle
Teddybär oder Labradoodle?

 

Der Labradoodle: Unethische Zucht, gewissenlose Züchter

Leider hat die schnelle Popularität des Mischlings bereits dazu geführt, dass Labradoodles in Welpenfabriken und bei verantwortungslosen Züchtern auftauchen.

Welpenfabriken neigen dazu, kränkliche Welpen mit zweifelhaften Anlagen zu verkaufen. Verantwortungslose Züchter, die auf den Designerhund-Zug aufspringen wollen, produzieren in der Regel keine guten Welpen. Sie denken, dass es bei der Zucht nur darum geht, schnell `mal zwei Hunde derselben Rasse zu finden, um sie zu kreuzen.

Hundekenner wissen, dass es viel komplizierter ist, zu anständigen Zuchtergebnissen zu kommen.

Die Bemühungen, diesen beunruhigenden Trend einzudämmen, haben begonnen; mehrere Organisationen bieten inzwischen Züchterempfehlungen an. Sie sind bestrebt, die Mehrgenerationenzucht zu fördern.

Bevor du den hohen Kaufpreis eines Labradoodles zahlst, solltest du (im www) Erkundigungen einholen, um einen adäquaten Gegenwert für dein Geld zu bekommen.

Das gilt übrigens auch für den „Golden Retriever“, der ja auch für Erkrankungen im Hüftgelenk bekannt ist.

 

Der Labradoodle: Highlights

 

    • Der Labradoodle stammt aus Pudel- und Labrador Retriever-Züchtungen. Es gibt eine gewisse Zunahme der Mehrgenerationenzucht.

 

    • Obwohl der Labradoodle keine anerkannte Rasse ist, unternehmen verschiedene Organisationen Schritte, um einen Rassestandard zu schaffen und die Züchter zu vereinen.

 

    • Der Labradoodle ist ein Hund mit viel Energie. Er benötigt etwa 30 bis 60 Minuten Bewegung pro Tag.

 

    • Labradoodles sind intelligent und müssen geistig und körperlich gefordert und gefördert werden. Wenn sie es nicht sind, können sie destruktiv und schwer zu handhaben sein.

 

    • Labradoodles eignen sich gut für das Zusammenleben mit anderen Hunden und Haustieren.

 

    • Appartements sind nicht die ideale Umgebung für diesen energiegeladenen Hund.

 

    • Erstbesitzer kommen mit dem freundlichen und zugänglichen Labradoodle gut zurecht.

 

Um einen gesunden Hund zu bekommen, kaufe niemals einen Welpen von einem verantwortungslosen Züchter, einer Welpenfabrik oder einem Tiergeschäft. Suche einen seriösen Züchter auf, der seine Zuchthunde testet. So ist einigermaßen sichergestellt, dass der Hund frei von genetischen Krankheiten ist, die er an die Welpen weitergeben könnte.

Mittlerweile bedauert der australische Hundezüchter Wally Conron, dass er eine neue Züchtung erschaffen hat. In den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts kreuzte er eine Labrador-Dame mit einem Großpudel.

So sollte das oben erwähnte Ziel erreicht werden: Einen Blindenhund zu schaffen, der für Hundeallergiker geeignet ist und möglichst nicht haart. Der Labradoodle mutierte auch aufgrund seines eingängigen Namens zu einem Verkaufsschlager.

Tatsächlich aber konnten selbst die Züchter die gewünschten Eigenschaften der Rasse nicht garantieren – der Versuch, einen „hypoallergenen“ Hund zu schaffen, ist wohl fehlgeschlagen.

 

 

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